Isabella Badwal: Beratung in Hamburg

Praxis für Beratung und Therapie

Therapie für Kinder und Jugendliche

ADHS

Herrgott,
gib mir Geduld –
aber bald.

Wolfgang Clement (geb. 1940)

Mangel an Konzentration. Keine Ausdauer. Ewig abgelenkt. Sprunghaft. Hundert Eisen Im Feuer, hundert Bälle in der Luft – nie wird etwas zu Ende gebracht. Kein Termin wird eingehalten. Das Mundwerk steht nie still. Aber Stillsitzen gibt es nicht – Kennen Sie das von sich selbst, von Ihrem Partner, Ihrem Kollegen, Ihrem Kind?

Möglicherweise haben Erzieher um eine Unterredung gebeten, oder Sie haben bereits Gewissheit: Ihr Kind wurde mit ADHS oder ADS diagnostiziert.

Was ist ADHS?

ADHD (Attention Deficit / Hyperactivity Disorder) und ADD (Attention Deficit Disorder) sind die englischen Namen. Auf Deutsch redet man von ADS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit und ohne Hyperaktivität) oder auch ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung).

Typen und Symptome von ADHS

Man unterscheidet mehrere Typen von Kindern mit ADS:

  • vorwiegend impulsiv-hyperaktiver Typus
  • unaufmerksam impulsiv-hyperaktiver Typus
  • vorwiegend unaufmerksamer Typus

Die Symptome von ADHS sind:

  • Probleme mit der Selbstregulation (auch Selbststeuerung oder Verhaltenskontrolle genannt)
  • Probleme mit dem Zeitgefühl
  • Probleme mit der Konzentrationsfähigkeit
  • Probleme mit der Impulskontrolle

Hyperaktivität (Zappeligkeit) kann hinzukommen; es ist aber auch nur große »Verträumtheit« möglich. Das alles sind Verhaltensweisen, die Lernen im schulischen Umfeld erschweren.

Die Kinder werden auffällig, da sie Probleme haben, Instruktionen zu folgen. Erschwerend wirkt, dass sie manchmal sehr gute Leistungen bringen, so dass die Erwachsenen dann denken: „Sie kann ja, wenn sie nur will!“ Es können auch noch andere Probleme, z.B. Lernschwierigkeiten, hinzukommen.

Die Hintergründe von ADHS

Im Gehirn eines ADS/ADHS-Kindes arbeiten die Neurotransmitter, die das Verhalten kontrollieren und dirigieren helfen, offenbar weniger effizient als bei anderen Menschen.

Diese Dysregulation wird nicht durch falsche Erziehung hervorgerufen, sie hat aber große Auswirkungen auf die Eltern-Kind und Lehrer-Kind-Beziehung. Da die Anforderungen der Eltern und Lehrer immer wieder enttäsucht werden, reagieren sie gereizt. Das macht die Kinder noch »bockiger«, nebenbei leidet ihr Selbstbewusstsein. Die Gefahr, sich selbst negativ verstärkender Teufelskreise ist groß.

Hilfe bei ADHS

Unter den verschiedenen Formen der Psychotherapien, scheint hier nur die Behandlung mit Verhaltenstherapie Erfolg versprechend. Dabei ist vor allem die Wirksamkeit von verhaltenstherapeutischen Elterntrainings gut belegt. Dort lernen die Eltern, wie man erwünschtes Verhalten aufbaut und aufrecht erhält und wie man mit unerwünschtem Verhalten umgeht. Das Kind selbst kann in verhaltenstherapeutischen Programmen lernen, wie es weniger impulsiv, besser gesteuert und damit gezielter handeln kann.

Um die Basis für selbststeuernde Lernprozesse zu legen, kann es vorübergehend hilfreich sein, wenn die betroffenen Kinder und Jugendlichen durch Medikamente unterstützt werden. Erst die Behandlung mit Stimulanzien wie z.B. Ritalin®, Medikinet® oder Concerta® schafft in vielen Fällen die Voraussetzung, um weitere Therapiemaßnahmen erfolgreich einsetzen zu können. Diese Fragen müssen sie mit Ihrem Kinderarzt klären.

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