Therapie für Kinder und Jugendliche
Pubertät: Jugendliche in der Krise
Während der Pubertät sind Probleme in der Eltern-Kind-Beziehung normal: Ihre Kinder werden erwachsen – und das heute immer früher. Alte Gewohnheiten zerbrechen und Neue müssen sich erst aufbauen, gewohnte Beziehungen verändern sich und Neue müssen erst entwickelt werden. Die damit einhergehenden Krisen können Eltern aber auch die Chance geben, zu ihren heranwachsenden Kindern in eine neue, parterschaftliche Beziehung zu treten: eine Beziehung die nicht auf Macht, Kontrolle und Manipulation aufbaut, sondern von gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Achtung geprägt ist; eine Beziehung, in der Eltern ihre Rolle als wohlwollende Berater stärken können.
Eltern als wohlwollende Berater in der Pubertät
Eltern können ihren Kindern in der Pubertät helfen, indem sie sich bemühen, nach vier Prinzipien zu leben:
- Ich nehme dich so an, wie du bist!
- Ich nehme mich so an, wie ich bin!
- Ich bin nicht für dein Tun verantwortlich, du bist es für dich!
- Ich bin für mich und mein Tun verantwortlich, du nicht für mich!
Was können Eltern in der Pubertät tun?
Sie können Ihrem Kind in der turbulenten Zeit der Pubertät ganz konkret weiterhelfen, indem Sie:
Wenn du von deinem Kind
niemals gehasst worden bist,
bist du niemals wirklich Vater oder Mutter gewesen.
- sich über die Veränderungen im Zuge der Pubertät im Vorfeld informieren
- eine unterstützende, stabile und verlässliche Bezugsperson sind
- klare Regeln und Normen vorgeben, die jedoch mit fortschreitender Entwicklung nach Diskussion verändert werden können
- das Gewähren von Freiräumen nicht nur vom chronologischen Alter Ihres Kindes abhängig machen
- den Jugendlichen fördern und lieben, Interesse an seinen Themen zeigen, kurz: Zuhören!
- beim Jugendlichen Stärken identifizieren und diese fördern; nicht nur auf Fehlern, Problemen und Defiziten herumreiten
- Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein durch positive Rückmeldungen stärken
- Sorgen und Probleme ernst nehmen
- Streit und Machtverlust nicht persönlich nehmen
- Konflikte in längeren Diskursen aushandeln und schrittweise Macht an den Jugendlichen abgeben. So baut sich eine Kommunikation von Gleich zu Gleich auf.
- Konflikte und Streit nicht eskalieren lassen oder handgreiflich werden – lieber eine Auszeit nehmen!
- eigene Interessen und Aktivitäten der Jugendlichen fördern und unterstützten. Helfen Sie Ihrem Kind, seine Ziele zu erreichen!
- sich vom Jugendlichen etwas über die Freunde erzählen lassen, sie einladen und diese nicht nur als Quelle negativer Einflüsse sehen
- die Beziehungen zu gleichaltrigen Freunden unterstützen
- bei massiven Problemen professionelle Hilfe suchen
Was zählt als massives Problem bei Jugendlichen?
Sie sollten professionelle Hilfe suchen bei:
- plötzlicher starker Gewichtszunahme oder -abnahme
- überraschenden Leistungseinbußen in der Schule
- Verletzungen an Armen und Beinen (Ritzen)
- Selbstmordabsichten
- starkem Rückzug, spürbaren Ängsten, Depressionen
Diese Verhaltensweisen können Hinweise auf Probleme sein, die sich in Essstörungen, Drogenkonsum, selbstverletztendem Verhalten äußern. Wenn Sie ähnliches an Ihrem Kind beobachten oder Fragen haben, zögern Sie nicht, einen Gesprächstermin mit mir zu vereinbaren.
